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Allergien beim Hund

8. Juni 2020 | Hund

Allergien beim Hund

Die Immunabwehr läuft auf Hochtouren  

Das Immunsystem ist ein komplexes und sehr eindrucksvolles System: Es schützt Mensch und Tier täglich vor unzählbaren negativen Einflüssen und managt souverän Gefahren, ohne dass wir davon unbedingt etwas mitbekommen. Und trotzdem gibt es Stoffe, auf die das ausgeklügelte und verlässliche Immunsystem überreagieren kann – zum Beispiel bei einer Umweltallergie, auch atopische Dermatitis genannt. Diese kann den Hund genauso treffen wie den Menschen und die Symptome können durchaus ähnlich sein.

Kratzen, Lecken, Beißen – wenn die Allergene kommen

Wenn der Hund mit den Allergenen aus der Umwelt in Berührung kommt, tritt als häufigstes Symptom Juckreiz auf. Allergene können beispielsweise Pollen von Gräsern, Bäumen oder Kräutern oder auch Hausstaubmilben sein, denen man kaum aus dem Weg gehen kann. Schon gar nicht, wenn man bodennah lebt, beziehungsweise gerne in der Natur herumtollt – ein Teufelskreis.

Die allergische Reaktion auf normalerweise harmlose Stoffe löst starken Juckreiz aus, worauf- hin sich der Hund kratzt, beleckt, beißt oder aufreibt. Der Hund „bearbeitet“ die betroffenen Haut- und Fellstellen so sehr, dass sie sich entzünden und auch kahl werden können. Besonders häufig sind zum Beispiel die Pfoten und die Körperunterseite (Bauch, Achseln) betroffen, aber auch die Ohrmuscheln und die Schnauze werden oft in Mitleidenschaft gezogen. Bei Hunden mit hellem Fell verfärbt sich dieses durch das Belecken bräunlich. Das ständige Kratzen und Beißen der Haut verletzt auf Dauer die ohnehin schon gestörte Hautbarriere, was zu chronischen Schäden wie Hautverdickung, Hautverfärbung durch Pigmenteinlagerung und auch zu Infektionen der Haut mit Bakterien oder Hefepilzen führen kann.

Diagnose: Ist es wirklich eine Umweltallergie?

Um sicher zu gehen, dass es sich bei den Symptomen wirklich um eine Umweltallergie handelt und um andere Erkrankungen auszuschließen, ist ein Besuch beim Tierarzt ratsam. Er untersucht und versorgt erst einmal die betroffenen Hautstellen und beginnt mit der Aufarbeitung des Patienten. Meist wird hier nach dem Ausschlussprinzip vorgegangen: Zunächst wird nach Parasiten oder Infektionen gesucht. Im nächsten Schritt wird geklärt, ob eine Futtermittelallergie als Ursache in Frage kommt. Die Abklärung möglicher Ursachen kann einige Zeit dauern, in der sich der Hund aber nicht weiter ständig kratzen muss. Hier kann eine maßgeschneiderte Therapie während der Diagnostik den Juckreiz schnell lindern.

Mögliche Therapie der atopischen Dermatitis

Die einzige ursächliche Therapie gegen die Allergie beim Hund ist eine Desensibilisierung. Da diese aber Jahre dauert und der Erfolg sich oft erst nach einigen Injektionen einstellt, ist die symptomatische Juckreizbehandlung und Entzündungshemmung das A und O. Die Gabe von Kortison ist eine schnell wirkende Therapie. Allerdings bringt sie auch einige Nebenwirkungen mit sich, wie ein erhöhtes Hunger- und Durstgefühl und damit eine Gewichtszunahme, bzw. einen häufigen Harndrang. Dieser kann besonders in der Nacht oft nicht eingehalten werden und es kommt zum kleinen Malheur. Dafür können die Hunde nichts und es ist ihnen zudem auch sehr unangenehm.

Es gibt auch kortisonfreie Therapieformen, die ebenso schnell und effektiv den Juckreiz lindern und die Entzündung hemmen, ohne die häufigen Nebenwirkungen von Kortison. Neben kortisonfreien Tabletten gibt es eine monatliche Behandlung durch eine Spritze. Hierbei handelt es sich um eine biologische Therapieform, die für den Vierbeiner gut verträglich ist. Der zentrale Botenstoff für Juckreiz wird schnell und effektiv neutralisiert.

Neben der gezielten Juckreiz- und Entzündungshemmung können auch lokale, topische Therapien die Behandlung unterstützen und ein Wiederaufflammen der Symptome verhindern.

Welche Rasse ist besonders betroffen?

Wegen der erblichen Veranlagung neigen bestimmte Rassen zu der Ausbildung einer Atopie, unter anderem die Französische Bulldoge, Terrier-Arten wie der West Highland White Terrier, der Labrador und Golden Retriever, der Boxer, der Pudel, der Dalmatiner und einige weitere Rassen. Doch egal welche Rasse – wichtig ist es, bei Symptomen frühzeitig den Tierarzt aufzusuchen und eine gezielte Therapie einzuleiten. Die atopische Dermatitis ist eine lebenslange Erkrankung, die man aber mit richtiger Therapie gut behandeln kann.

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