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West Nil-Virus Erkrankung

29. Januar 2020 | Impfen beim Pferd, Pferd

pferd mit fliegen pferdegesundheit

Eine unbekannte Gefahr

Wichtig vorab: Das West-Nil-Virus (WNV) ist in Deutschland eine anzeigepflichtige Krankheit, die für Mensch und Tier gefährlich sein kann. Wenn der Verdacht auf eine Erkrankung des West Nil-Virus besteht, müssen Sie so schnell wie möglich Ihren Tierarzt in Kenntnis setzen. Dieser wird das Tier untersuchen und bei positivem Ergebnis die Behörde informieren und weitere Behandlungsmaßnahmen einleiten.

Was ist das West-Nil-Virus (WNV) und wie kann Ihr Pferd erkranken?

Das West Nil-Virus wird über den Stich von verschiedenen Stechmückenarten von infizierten Zugvögeln auf Säugetiere übertragen. Das Virus kann über die Blutbahnen in das Gehirn und Rückenmark gelangen, wo es Entzündungen auslösen kann. Eine Folge dieser Entzündungen sind neurologische Probleme mit potenziell tödlichem Ausgang.

Wie erkennen Sie das West-Nil-Virus bei Ihrem Pferd?

Die Symptome des WNV können 3-15 Tage nach der Infektion auftreten und beinhalten;

  • Fieber und grippeähnliche Symptome
  • Appetitverlust
  • Depression
  • Unfähigkeit zu schlucken
  • Sehstörungen
  • Kopfpressen oder Kopfschiefhaltung
  • Stolpern oder Trippeln
  • Muskelschwäche oder Muskelzucken
  • zielloses Umherwandern oder Manegebewegungen
  • teilweise Lähmungen
  • Schwierigkeiten beim Aufstehen
  • Krämpfe
  • Koma

Die Anzeichen sollten besonders ernst genommen werden, wenn das Tier nicht gegen WNV geimpft ist und möglicherweise Mückenstichen ausgesetzt war. Es ist wichtig, dass Sie so schnell wie möglich den Tierarzt benachrichtigen, damit dieser frühzeitig die unterstützende Behandlung einleiten kann.

Wie wird das West-Nil-Virus (WNV) behandelt?

Pferde entwickeln gegen das West Nil-Virus spezifische, natürliche Antikörper und können so leichte Fälle der WNV-Infektion gut überstehen. Die Behandlung eines Tierarztes ist trotzdem erforderlich, damit er den genauen Verlauf und plötzliche Änderungen im Auge behalten kann. Eine spezielle Therapie zur Heilung des Virus gibt es nicht, jedoch können die Symptome weitestgehend behandelt werden. Weist ein Pferd starke neurologische Schwierigkeiten auf, kann eine stationäre Aufnahme erforderlich sein. Eine spezielle, gepolsterte Sicherheitsbox und gegebenenfalls ein Kopfschutz sollten als Sicherheitsmaßnahme gegen Selbstverletzung getroffen werden. Das Tier muss weiterhin mit Nahrung und Flüssigkeit versorgt werden, eine künstliche Ernährung über eine Nasenschlundsonde und intravenöse Infusionen können notwendig sein. In schweren Fällen kann die Genesung einer solchen Erkrankung Monate dauern und das Pferd kann dauerhafte Schädigungen davontragen.

Wie können Sie eine Erkrankung verhindern?

Um eine Erkrankung zu verhindern, müssen Sie grundsätzlich zwei Dinge bestmöglich kontrollieren können: die Impfung Ihres Pferdes gegen das Virus und die Bekämpfung der Stechmücken.

Zur Bekämpfung der Mücken können Insektizide oder Repellentien hilfreich sein, jedoch sollten Sie auch permanent auf das Umfeld der Pferde achten. Größere, offene Ansammlungen von Wasser sollten vermieden und Behältnisse geschlossen werden. Achten Sie darauf, dass der Weidegang Ihrer Pferde außerhalb der Schwärmzeiten der Mücken stattfindet und alle warmen Lichter über Nacht ausgeschaltet sind. Insektengitter können Ihnen ebenfalls dabei helfen, die Menge der Stechmücken zu reduzieren und somit das Risiko für eine Übertragung des West-Nil-Virus senken. Eine Impfung gegen WNV bietet den derzeit besten Schutz vor einer schweren Erkrankung Ihres Pferdes. Pferde können ab einem Alter von 6 Monaten gegen WNV geimpft werden. Besonders Pferde, die in Regionen leben, in denen WNV auftritt oder dorthin für Turniere oder andere Veranstaltungen transportiert werden, sollten regelmäßig geimpft werden. Hier empfiehlt sich eine Impfung mindestens 6 Wochen vor der Abreise.

Ist WNV ansteckend?

Da das Virus nur über infizierte Mücken übertragen werden kann, kann ein infiziertes Tier das Virus nicht direkt an andere Pferde weitergeben. Nicht einmal Mücken, die ein infiziertes Pferd stechen, können das Virus auf diese Weise aufnehmen. So sind Pferde als auch Menschen die End-Wirte des Virus.

Kann Ihr Pferd auch nach einer Erkrankung noch geimpft werden?

Ein Pferd kann auch nach einer durchlaufenen Erkrankung gegen das West Nil-Virus geimpft werden. Allerdings erst dann, wenn das Pferd komplett genesen ist und keine Symptome der Erkrankung mehr zeigt. Nur gesunde Tiere sollten geimpft werden.

WNV ist in Ihrer Gegend lange nicht mehr ausgebrochen. Sollten Sie trotzdem Ihr Pferd impfen lassen?

WNV stammt ursprünglich von infizierten Vögeln, die in ganz Europa verbreitet sind, weswegen es jederzeit zu einem Ausbruch der Krankheit in einem beliebigen Gebiet kommen kann. Um diesen Ausbruch zu verhindern, sollten Sie für eine frühzeitige Impfung Ihrer Pferde sorgen. Ist das Virus erst einmal ausgebrochen, kann es schon zu spät für einen wirksamen Impfschutz sein, da dieser erst drei Wochen nach Abschluss der Grundimmunisierung gewährleistet ist.

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