Für Hufe und Pfoten
Tiergesundheit von Hund, Katze und Pferd

Eine Ausschlussdiät hilft weiter

Hunde können, genau wie Menschen, an Nahrungsmittelallergien leiden, d.h. allergisch auf einen Bestandteil der täglichen Nahrung sein. Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Erstes Anzeichen ist meist ein Hautproblem, z.B. juckender Ausschlag, auf den Hunde mit Knabbern, Kratzen oder Reiben der juckenden Region reagieren. Das kann zu sekundären Infektionen durch Bakterien, Hefen oder Pilzen führen, die in die geschädigte Haut eindringen. Zudem drohen Haarverlust und unter Umständen Reaktionen des Magen-Darm-Traktes wie Erbrechen und Durchfall. Sobald man eine Futtermittelallergie beim Hund vermutet, sollte man mit dem Tierarzt offen über die Ernährung, Aktivität, Vorgeschichte und Umwelt des Vierbeiners sprechen. Er kann eine Ausschlussdiät empfehlen, um herauszufinden, auf welchen Bestandteil der Hund allergisch reagiert.

Anzeichen für eine Futtermittelallergie:

  • Kratzen
  • Lecken
  • Ausschlag/Rötung
  • Gerötete Ohren
  • Erbrechen/Durchfall/Gewichtsverlust

Wer ist der Übeltäter?

Es gibt bisher leider noch keine aussagekräftigen Tests (Blut-, Speichel-, Hauttest), um den Bestandteil im Futter zu identifizieren, gegen den das Tier „allergisch“ ist. Eine Ausschlussdiät ist daher die einzig zuverlässige Maßnahme, um die Diagnose „Futtermittelallergie“ zu stellen. Die Ausschlussdiät sollte mindestens 8 Wochen durchgeführt werden, sie kann in manchen Fällen auch bis zu 12 Wochen dauern.

3 Möglichkeiten für eine Ausschlussdiät

  1. Indem man den Vierbeinern das Futter selbst kocht, hat man so die komplette Kontrolle über alle Bestandteile im Futter. Beachten sollte man bei der selbstgekochten Diät, dass es sich um eine neue, d.h. bisher noch nie oder selten verfütterte Fleischsorte handelt, etwa Pferd, Strauß, Rentier, Ziege oder Wild. Die Kohlenhydratquelle sollte ebenfalls bisher nicht oder kaum verwendet worden sein, hier eignen sich Kartoffeln, Hirse oder Quinoa.
  2. Eine Ausschlussdiät kann auch mit Fertigfutter umgesetzt werden, sofern auch diese eine neue Protein- und Kohlenhydratquelle haben.
  3. Die dritte Möglichkeit ist hydrolysiertes Fertigfutter. Hier sind die Proteine vom Hersteller so stark zerkleinert, dass sie keine Allergie mehr auslösen können.

Wichtig ist bei der Ausschlussdiät, dass man als Tierhalter konsequent bleibt und dem Hund zusätzlich kein anderes Futter gestattet. Dazu gehören Leckerlies (klassisch: Leberwurstbrot am Morgen), Kauknochen aus Rinderhaut, die Nahrung anderer Tiere (Katzenfutter) und vieles mehr. Während der Dauer der Diät gibt es neben dem vereinbarten Futter nur Wasser. Auch wenn es beiden Seiten schwerfällt, konsequent zu bleiben, sollte man bedenken, dass man im zum Wohle des Tieres handelt und somit auch das Auftreten von Juckreiz verhindern kann.
Eine Besserung der Symptome tritt frühestens nach ca. zwei bis drei Wochen ein. Bis dahin kann der Tierarzt ein Präparat zur Linderung der Juckreiz-Beschwerden einsetzen. Dieses sollte jedoch nach spätestens sechs Wochen Ausschlussdiät abgesetzt werden. Nur so lässt sich beurteilen, ob die Fütterung allein schon zum Rückgang des Juckreizes und Verbesserung des Hautbildes führt.

Nach der Ausschlussdiät folgt die Provokation

Um herauszufinden welche Substanzen das Haustier nicht verträgt, wird nach der erfolgreichen Ausschlussdiät eine sogenannte Provokation für 10 Tage durchgeführt. Dafür nutzt man das zuvor verabreichte Futter. Liegt eine Futtermittelallergie vor, kommt es während der Provokationsphase in jedem Fall zu einem erneuten Auftreten der Beschwerden (Juckreiz, Hautentzündungen) – meist innerhalb einer Woche.

Fazit

Eine Futtermittelallergie ist zwar nicht heilbar und erfordert Konsequenz sowie starke Nerven für Hund und Halter. Die gute Nachricht ist aber: Auch für Allergiker gibt es viele leckere Möglichkeiten, sich genussvoll zu ernähren. Und wenn es dem geliebten Vierbeiner wieder besser geht, sind es diese Maßnahmen allemal wert.