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Alterserscheinungen beim Hund

14. Dezember 2020 | Hund

alterserscheinungen-hund

So kann die Lebensqualität im Alter aktiv verbessert werden

Wo ist nur die Zeit geblieben? Das fragen sich viele Hundebesitzer, wenn der Liebling auf einmal nur noch gemächlich neben einem herläuft und alles etwas langsamer geworden ist. Es ist der ganz normale Gang des Lebens: Man wird alt und ist oft auch nicht vor gewissen Alterserscheinungen gefeit. Das betrifft leider auch unsere Hunde. Welche Alterserscheinungen beim Hund dazugehören können und wie man den Alltag des Seniors angenehmer gestalten kann, fassen wir hier zusammen.

Ab wann ist der Hund ein Senior?

Ab wann ein Hund als „alt“ bzw. Hundesenior gilt, kann man pauschal nicht sagen. Das hängt mit der Genetik, der Rasse und auch dem individuellen Lebensstil zusammen und ist oftmals ein schleichender Prozess. Daher ist es auch wichtig, regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt zu machen, um mögliche Erkrankungen auszuschließen. Für einen groben Überblick sind die allgemeinen Altersgruppen sowie empfohlene Vorsorgeuntersuchungen in dieser Tabelle zusammengefasst:

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Alterserscheinungen beim Hund

Altern ist ein natürlicher Prozess und hinterlässt auch bei unseren Hunden Spuren am ganzen Körper. Das können Anzeichen bzw. Veränderungen im Laufe der Jahre sein:

  • Erhöhte Müdigkeit
  • Nachlassen der Sinne (vor allem Sehen und Hören)
  • Weniger Appetit
  • Weniger Energie und eine geringere Aktivität
  • Geruch aus dem Maul
  • Ergrauen des Fells, beginnend meist an der Schnauze
  • Struppiges Fell
  • Blasenschwäche
  • Lahmheit

Manche dieser Erscheinungen können aber auch Symptome einer Erkrankung oder der Hinweis auf Schmerzen sein. Da Hunde Schmerzen viel später als Menschen zeigen, ist es wichtig, wachsam zu sein und erste Symptome direkt mit dem Tierarzt abzuklären. Viele Hundebesitzer interpretieren die oben genannten Anzeichen falsch und nehmen sie als unvermeidliche Alterserscheinungen hin. Zum Teil stecken hinter diesen Symptomen jedoch auch Ursachen wie Osteoarthrose oder eine Schilddrüsenunterfunktion, die oftmals unentdeckt bleiben und die Beschwerden im Laufe der Jahre verschlimmern können. Man kann diese Krankheiten zwar nicht rückgängig machen, aber aktiv behandeln. So kann man die Lebensqualität des Hundes verbessern und die Lebenszeit womöglich verlängern.

Osteoarthrose

Gelenkveränderungen im Rahmen der Osteoarthrose können jedes Gelenk betreffen und äußern sich zum Beispiel durch die verringerte Beweglichkeit beim Spielen, Schwierigkeiten beim Treppenlaufen oder beim Aufstehen, Steifheit, Humpeln, Zurückbleiben beim Spazierengehen oder Schmerzlaute. All das sind Anzeichen von einer Osteoarthrose beim Hund – einer Gelenkerkrankung, die langsam und schmerzhaft voranschreitet. Konkreter bedeutet das, dass sich der Knorpel an den Gelenken zurückbildet, was durch Fehlbildungen der Gelenke, Verletzungen oder Fehlbelastung, z. B. durch Übergewicht, verursacht werden kann. Im Laufe dieser schmerzhaften Erkrankung wird weiter Gelenkknorpel abgebaut, es kommt es zu Veränderungen an der Gelenkkapsel und zu Knochenzubildungen am Gelenk.

Osteoarthrose aktiv entgegenwirken

Wer rastet, der rostet – das trifft nicht nur bei uns Menschen zu, sondern auch bei unseren geliebten Vierbeinern. Etwa 40% aller Hunde sind von Osteoarthrose betroffen. Ist der Hund also nicht mehr so agil, ist es wichtig, die Ursachen abzuklären – etwa mit einer orthopädischen Voruntersuchung, um einer Verschlechterung entgegenzuwirken. So können Schmerzen gelindert und die Lebensqualität des Lieblings verbessert werden:

  • Das Körpergewicht ggfs. reduzieren: Damit nicht noch zusätzliche Last auf die Gelenke einwirkt, sollte das Gewicht, sofern notwendig, reduziert werden. Das geht mit einem Bewegungsprogramm und auch einer Futterumstellung oder -reduktion. Diese Maßnahmen, zum Beispiel in Verbindung mit speziellem Diätfutter für Hundesenioren, sollten vorab aber immer mit dem Tierarzt abgeklärt werden.
  • Die Muskulatur kräftigen: Damit die Gelenke besser gestützt werden, sollte die Muskulatur mit einem entsprechenden Training gestärkt werden. Das geht zum Beispiel mit einer gezielten Physiotherapie, die durch den Tierarzt veranlasst wird. Damit man die Lebensqualität auch langfristig verbessert, ist es wichtig, das Trainingsprogramm dauerhaft durchzuführen, denn bei einer Osteoarthrose ist die lebenslange Therapie maßgeblich für eine Besserung.
  • Schmerzen lindern: Wenn wir uns eins wünschen, dann, dass der Hund nicht leiden muss. Deshalb wird der Tierarzt ein geeignetes und sicheres Schmerzmittel verschreiben, das den Vierbeinern zu mehr Lebensqualität verhilft.

Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

Manche vermeintlichen Alterserscheinungen lassen sich nach einer Untersuchung auch auf eine Schilddrüsenunterfunktion, auch Hypothyreose genannt, zurückführen. Die Ursachen dafür können verschieden sein. Leidet der Hund unter eine Unterfunktion der Schilddrüse, wird der gesamte Stoffwechsel und die Hormonproduktion beeinträchtig, das sich wiederum auf viele Organe auswirken kann. Es kann dadurch unter anderem zu einem erhöhten Cholesterinspiegel, Herz-Kreislauf-Problemen oder auch zur Gewichtszunahme beim Hund kommen. Bei den meisten Hunden entwickeln sich die Anzeichen im mittleren bis hohen Alter – das ist aber auch von Hund zu Hund unterschiedlich.

Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion

Nach der Diagnose wird die Erkrankung in der Regel medikamentös mit Schilddrüsenhormonen behandelt. Hier sollten die Absprachen mit dem Tierarzt genau eingehalten werden, ebenso wie die regelmäßigen Kontrolltermine. Oftmals kann man bereits nach wenigen Tagen eine Besserung bei den Hunden sehen, dennoch braucht der Körper Zeit, um sich zu regenerieren.

Mit Alterserscheinungen beim Hund richtig umgehen

Auch wenn man Krankheiten in den Griff bekommen hat, kann man kann das Voranschreiten des Alters leider auch beim Hund nicht verhindern. Deshalb sollte man die gemeinsame Zeit jeden Tag genießen und sich an die altersbedingten Veränderungen anpassen. Dazu gehören:

  1. Das Futter anpassen: Junge Hunde sind sehr aktiv und müssen daher auch genügend Energie durch das Futter aufnehmen. Hundesenioren bewegen sich hingegen weniger, wodurch sich der Stoffwechsel verlangsamt. Damit die Hunde dann nicht unter Übergewicht leiden und die Gelenke zusätzlich belastet werden, ist es wichtig, auch das Futter dieser Umstellung anzupassen. Am besten vorher immer mit dem Tierarzt absprechen.
  • Die Belastung verringern: Da der Hund nicht mehr so beweglich ist wie früher, braucht er beim Spazierengehen oftmals Pausen. Besser ist es daher, lieber kurze, aber dafür mehrere Spaziergänge zu machen. Das kommt auch der schwachen Blase zugute.
  • Die Wohnung seniorensicher machen: Wie Menschen werden auch viele Hunde im Alter wieder wie Kinder. Für Welpen sollte man alles in der Wohnung absichern, damit sie sich nicht verletzen oder etwas Falsches fressen können. Bei Hundesenioren sind andere Dinge wichtig, zum Beispiel, dass Schlaf- und Futterplätze ohne Treppenstufen erreichbar sind, der Boden nicht zu glatt und alles an seinem gewohnten Platz ist. Auch Hunde sind Gewohnheitstiere.
  • Gehirnjogging: Damit der Vierbeiner auch geistig fit bleibt, ist es empfehlenswert, ihm viel Aufmerksamkeit zu schenken und auch ein paar Intelligenz-Spiele mit ihm zu spielen, zum Beispiel „Suchen und Verstecken“. Er sollte dabei nur nicht überfordert werden.
  • Immer für ihn da sein: Hunde lieben die Gesellschaft ihrer Menschen und im Alter brauchen sie diese umso mehr. Daher ist es wichtig, dem Hund viel Aufmerksamkeit zu und ein sicheres Gefühl zu geben. Denn auch die Vierbeiner merken, dass sie älter werden und sie nicht mehr wie früher herumtollen können. Man sollte die gemeinsame Zeit also unbedingt auskosten und dem Liebling ein schönes Leben mit viel Liebe schenken.
  • Regelmäßig zum Tierarzt gehen: Gerade für ältere Vierbeiner ist der Gang zum Tierarzt besonders wichtig, um mögliche Krankheiten frühzeitig zu entdecken und zu behandeln. Verschiedene Vorsorgeuntersuchungen wie Bluttests oder auch Urinanalysen verschaffen Klarheit.
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