Für Hufe und Pfoten
Tiergesundheit von Hund, Katze und Pferd

Blasenentzündung bei Katzen erkennen und behandeln

6. Juli 2020 | Katze

blasenentzuendung-katzen

Symptome ähnlich wie beim Menschen         

Häufiger Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen oder sogar Blut im Urin: Hat die geliebte Mieze eine Blasenentzündung, leidet sie. Eine sogenannte Zystitis kommt bei Katzen gar nicht so selten vor. Und wie bei uns Menschen ist es auch hier so – weibliche Katzen erwischt es häufiger als Kater.

Wie entsteht die Blasenentzündung?

Eine Zystitis kann bei Katzen durch bakterielle Infektionen und/oder Harnkristalle oder -steine in der Blase entstehen. Zudem kann Stress als Auslöser oder unterstützender Faktor eine Rolle spielen.

Die Harnröhre ist bei weiblichen Katzen kürzer und breiter als bei Katern und ihr Eingang liegt näher am After. All das macht es Bakterien (meist E. coli) leichter, sich auf den Weg in die Harnblase zu machen und zu einer bakteriellen Zystitis zu führen. Diese Erkrankung betrifft die Katze somit häufiger als den Kater. Zudem können Vorerkrankungen, wie Diabetes mellitus oder eine Niereninsuffizienz das Risiko für eine bakterielle Entzündung erhöhen.

Beim Kater hingegen kann es durch Kristalle oder kleine Blasensteine sogar zum Verschluss der Harnröhre kommen. Dann ist der Harnabsatz erschwert oder gar nicht mehr möglich – das ist ein echter Notfall!

Woher kommen Harnkristalle?

Es gibt bestimmte Faktoren, die die Entstehung von Harnkristallen begünstigen. Übergewichtige Wohnungskatzen neigen eher dazu als Freigänger. Auch das Futter kann einen Einfluss haben: Mineralstoffreiches Trockenfutter und geringe Wasseraufnahme erhöhen das Risiko, dass sich Harnkristalle bilden.

Auf diese Symptome sollten Sie achten

Wenn die Fellnase eine Blasenentzündung hat, kann man oft beobachten, dass sie vermehrt ihr Katzenklo aufsucht, jedoch nur wenig Wasser lässt. Meist sind diese Versuche zu urinieren von Pressen oder Schmerzenslauten begleitet. Auch Harnabsatz in der Wohnung oder neben dem Katzenklo, Blut im Urin und vermehrtes Bellecken können ein Zeichen für eine Blasenentzündung sein. Sollten Sie beobachten, dass es zu keinem oder nur sehr geringem Harnabsatz kommt, dann suchen Sie umgehend Ihren Tierarzt auf.

Urinuntersuchung bei Katzen

Sobald man die Symptome einer Blasenentzündung bei Katzen feststellt, ist es wichtig, den Urin untersuchen zu lassen. Anders als beim Menschen kann man jedoch nicht einfach eine Urinprobe abgeben, denn wie alle Katzenbesitzer wissen: Katzen sind sehr eigenwillig und urinieren nicht auf Kommando. Ganz wegzudenken ist es, den Urin in einem Becher aufzufangen – es sei denn, man erwischt gerade den richtigen Zeitpunkt. Funktioniert es dennoch, sollte der Urin nicht verunreinigt sein und innerhalb 4 Stunden vom Tierarzt untersucht werden. Alternativ wird in den meisten Fällen jedoch eine Blasenpunktion (Zystozentese) beim Tierarzt durchgeführt, um sterilen Urin für eine bakteriologische Untersuchung zu gewinnen. Dabei wird zunächst die Bauchwand des Tieres rasiert und desinfiziert. Mit einer dünnen Nadel sticht der Tierarzt dann in die Blase ein und gewinnt so einige Milliliter Harn. Das hört sich tatsächlich schlimmer an als es ist und ist kein Grund zur Sorge. Der Eingriff tut der Katze nicht weh und kann in der Regel auch ohne Narkose erfolgen. Nur wenn die Katze nicht stillhalten kann und sehr wehrhaft ist, muss sie möglicherweise narkotisiert oder sediert werden.

Wenn sich nach einer Urinuntersuchung tatsächlich der Verdacht auf eine Blasenentzündung bestätigt, wird er auf Ursachenforschungen gehen (liegen Harnkristalle oder Bakterien vor?). Weitere Untersuchungsschritte können eine Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung sein, ggf. wird Ihr Tierarzt auch eine Blutuntersuchung einleiten, wenn er den Verdacht auf einen Rückstau oder eine Vorerkrankung hat.

Je nach Befund wird Ihr Tierarzt eine entsprechende Therapie anordnen. Meist wird dann mit einem Antibiotikum (oftmals eine länger anhaltende Antibiotikaspritze) oder auch Schmerzmitteln behandelt. Die rechtzeitige Behandlung einer Blasenentzündung bei Katzen ist sehr wichtig, da es sonst zu chronischen Erkrankungen oder auch zu einer Nierenbeckenentzündung kommen kann.

Vorbeugen ist besser als Nachsorgen

So kann man Harnkristalle vermeiden:

  • Geregelte (evtl. diätische) Mahlzeiten anbieten
  • Wassernäpfe überall in der Wohnung aufstellen, idealerweise auch einen Trinkbrunnen
  • Für ausreichend Bewegung sorgen
  • Übergewicht und Stress vermeiden
Weitere interessante Beiträge
Nierenerkrankung bei Katzen

Nierenerkrankung bei Katzen

Darum ist die Diagnostik so wichtig   Alterserscheinungen machen sich meist schleichend bemerkbar - davor sind auch unsere geliebten Samtpfoten nicht gefeit. Sei es die Beweglichkeit oder das Sehvermögen, welches bei Katzen mit dem Alter genauso schwinden kann,...

mehr lesen
Arthrose bei Katzen

Arthrose bei Katzen

Weiter verbreitet als gedacht Sie bewegen sich geschmeidig und ihre Körper gehören zu den biegsamsten: Die Katzen. Dass diese grazilen Geschöpfe an Arthrose leiden können, will man kaum glauben. Aber tatsächlich leiden laut einer Studie fast alle Katzen über 12 Jahren...

mehr lesen
Weitere interessante Beiträge
Nierenerkrankung bei Katzen

Nierenerkrankung bei Katzen

Darum ist die Diagnostik so wichtig   Alterserscheinungen machen sich meist schleichend bemerkbar - davor sind auch unsere geliebten Samtpfoten nicht gefeit. Sei es die Beweglichkeit oder das Sehvermögen, welches bei Katzen mit dem Alter genauso schwinden kann,...

mehr lesen
Arthrose bei Katzen

Arthrose bei Katzen

Weiter verbreitet als gedacht Sie bewegen sich geschmeidig und ihre Körper gehören zu den biegsamsten: Die Katzen. Dass diese grazilen Geschöpfe an Arthrose leiden können, will man kaum glauben. Aber tatsächlich leiden laut einer Studie fast alle Katzen über 12 Jahren...

mehr lesen