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Nierenerkrankung bei Katzen

2. November 2020 | Katze

nierenerkrankung-katze

Darum ist die Diagnostik so wichtig  

Alterserscheinungen machen sich meist schleichend bemerkbar – davor sind auch unsere geliebten Samtpfoten nicht gefeit. Sei es die Beweglichkeit oder das Sehvermögen, welches bei Katzen mit dem Alter genauso schwinden kann, wie bei uns Menschen. Doch was bei Katzen-Senioren (meistens Katzen über acht Jahre) häufiger vorkommt als man denkt, ist eine Nierenerkrankung: Hier handelt es sich meist um eine Niereninsuffizienz, die sich ganz langsam und schleichend entwickeln kann. Doch wie erkennt man diese chronische Erkrankung und wie lässt sie sich vermeiden?

Wie entsteht der Funktionsverlust der Nieren?

Die Nieren eines Menschen wie auch einer Katze sind ein lebenswichtiges Organ, welches täglich Höchstleistungen erbringt. Sie reinigen unter anderem das Blut, filtern Giftstoffe und leiten Wasser sowie Mineral- und Nährstoffe zurück in den Körper. Dieses ausgeklügelte System kann jedoch gestört werden. Ursachen hierfür können z. B. Infektionen oder erbliche Veranlagung sein.

Symptome frühzeitig erkennen

Leider ist es tatsächlich so, dass man eine Nierenerkrankung bei einer Katze meist erst bemerkt, wenn das Organ schon erheblich geschädigt ist und seine Arbeit nicht mehr richtig ausführen kann. Da der gesamte Organismus der Katze unter der Erkrankung leidet, wird auch das ganze Erscheinungsbild in Mitleidenschaft gezogen. Die Katze wirkt unter anderem matt und bekommt struppiges Fell. Daher ist es wichtig auf erste mögliche Anzeichen zu achten und unbedingt den Tierarzt aufzusuchen:

  • gesteigertes Trinken und vermehrtes Wasserlassen
  • Müdigkeit
  • vermehrtes Schlafbedürfnis
  • Gewichtsverlust
  • Mundgeruch
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Inkontinenz
  • struppiges Fell

Vorsorge schafft Lebensqualität 

Katzen altern schneller als Menschen. Bereits ab drei Jahren ist eine Katze ausgewachsen und mit etwa acht Jahren zählt sie schon zu den Senioren – vergleichbar mit Menschen ab 60 Jahren. Deshalb ist die Vorsorge und die Untersuchung auf Alterskrankheiten – wie bei den Menschen auch – sehr wichtig, um ihnen noch ein schönes Katzenleben zu bereiten. Bei betagteren Katzen sollte alle 6-12 Monate beim Tierarzt ein Nieren-Check-up mit Urintest und großem Blutbild gemacht werden. Dadurch werden die Nierenwerte (z.B. Kreatinin, Harnstoff, Phosphor) bestimmt, um eine Erkrankung frühzeitig zu erkennen und besser therapieren zu können. Ist die Katze nierenkrank, sollte durch entsprechendes Futter vorgesorgt werden. Dieses ist salz- und phosphorarm, somit nierenfreundlicher und im Fachhandel erhältlich.

Das ist bei der Diät zu beachten

Nach der Diagnose sollte die betroffene Katze so bald wie möglich auf eine entsprechende Diät umgestellt werden, um die Nieren zu entlasten und eine weitere Schädigung zu verzögern.

Eine Nierendiät sollte folgende Eigenschaften aufweisen:

  • schmackhaft
  • reduzierter Phosphorgehalt (insbesondere bei Geflügelfleisch, Fisch und Milchprodukten)
  • reduzierte Eiweißmenge
  • Deckung des Energiebedarfs
  • eventuell erhöhter Anteil an fermentierbaren Fasern

Manche Katzen verweigern die Ernährungsumstellung und rühren das Futter nicht an. Hier können, in Absprache mit dem Tierarzt, Phosphatbinder dem Futter beigemengt werden. Ganz wichtig bei der Diät ist es, dass der Energiebedarf weiterhin gedeckt wird und die Katze nicht abnimmt. Um die Kalorienzufuhr hoch zu halten, ist die Nierendiät daher vor allem durch einen höheren Fettanteil gekennzeichnet.

Nicht zu vergessen: viel trinken! Wasser spielt bei gesunden und auch bei erkrankten Katzen eine sehr wichtige Rolle. Auch wenn die Katze vermehrt uriniert, darf der Zugang zum Trinknapf nicht eingeschränkt werden. Probieren Sie unterschiedliche Trinknäpfe aus, z. B. aus Porzellan, Metall oder Steingut. Auch ein Trinkbrunnen kann die Wasseraufnahme der Katze anregen.

Ist eine Nierenerkrankung bei Katzen therapierbar?

Wird eine Erkrankung der Nieren durch regelmäßige Kontrolle frühzeitig entdeckt, ist sie zwar nicht mehr umkehrbar, jedoch gut in den Griff zu bekommen. Durch entsprechendes Futter und eventuelle medikamentöse Unterstützung des Nierensystems, kann eine Katze auch mit einer Nierenerkrankung beschwerdefrei alt werden und profitiert weiterhin von guter Lebensqualität.

1Alterstabelle Katze adaptiert von AAFP-AAHA Feline Life Stage Guidelines. 1 Hoyumpa Vogt A, Rodan I, Sparkes A, et al. Special Article: AAFP–AAHA. Feline Life Stage Guidelines. Journal Of Feline Medicine And Surgery [serial online]. January 1, 2010;12:43-54. MM-09809 | 07.2020


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