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Oldies but Goldies – die richtige Versorgung alter Pferde

19. April 2021 | Pferd

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Darauf sollten Halter bei geriatrischen Pferden besonders achten

Aufgrund der sich stetig verbessernden tiermedizinischen Versorgung werden Pferde immer älter, was der Geriatrie eine große Bedeutung zukommen lässt. Doch was bedeutet Geriatrie bei Pferden? Wie bei Menschen auch, stehen bei älteren Pferden oft andere Krankheitsbilder im Fokus als bei jüngeren. Und die Behandlung sowie der Umgang mit den im Alter auftretenden Krankheiten und Veränderungen beschreibt die Geriatrie. Es geht also um die Gesunderhaltung alter Pferde. Eine der häufigsten Erkrankungen älterer Pferde ist das Equine Cushing Syndrom. Aber auch Zahnerkrankungen oder orthopädische Probleme sind keine Seltenheit. Damit die Lebensqualität des Pferdes auch im hohen Alter weiterhin erhalten bleibt, sollte man ein paar grundlegende Maßnahmen treffen.

Häufige Alterserscheinungen beim Pferd

Wenn ein Pferd das Alter von 20 Jahren erreicht, gilt es in der Regel als „alt“. Das bedeutet oftmals auch, dass es einer anderen Pflege sowie Fütterung bedarf. Das ist jedoch von Pferd zu Pferd unterschiedlich und hängt ganz vom physischen Zustand und dem Verhalten des Pferdeseniors ab. Erste Alterserscheinungen können eine verringerte Leistungsfähigkeit, weniger Freude an Bewegung und damit einhergehende Unbeweglichkeit, erste graue Haare sowie Gewichtsabnahme sein. Und auch einige Erkrankungen treten im Alter häufig auf und sollte man dementsprechend behandeln:

Zahnerkrankungen 

Im hohen Alter nehmen meist Zahnprobleme bei den Pferden zu. Ein sogenanntes Wellengebiss, also eine unregelmäßige Abnutzung der Zähne, die Vergrößerung der Zahnzwischenräume, Entstehung von Zahnfleischentzündungen und auch der Zahnverlust können die Folge sein. Oftmals kann das Pferd dadurch das Futter nicht gut kauen, was wiederum zu einer Gewichtsreduktion führen kann. Daher sollte eine regelmäßige Zahnkontrolle beim Tierarzt oder der Tierärztin durchgeführt werden – bestenfalls alle sechs Monate

Arthrose 

Wie bei den Menschen auch, nutzen sich die Knochen und Gelenke im Alter ab und es können degenerative Gelenkerkrankungen wie Arthrose und Sehnenerkrankungen auftreten. Oberstes Ziel bei der Behandlung ist es, dem Pferd ein schmerzfreies Leben zu gewährleisten, denn Arthrose ist nicht heilbar. Daher werden oftmals Entzündungshemmer oder auch Korrekturbeschläge eingesetzt. Letzteres, um mögliche Fehlstellungen auszugleichen. Die Maßnahmen sollten aber individuell vom Tierarzt oder der Tierärztin untersucht und behandelt werden.

Stoffwechselerkrankungen

Häufig kommen auch Stoffwechselerkrankungen bei Pferden vor, denn Organe und Stoffwechsel arbeiten mit dem Alter nicht mehr so gut und auch das Immunsystem ist immer geschwächter. Pferdesenioren sind daher anfälliger für Infektionen und sollten regelmäßig einer tierärztlichen Kontrolle unterzogen werden. Außerdem wird immer öfter das sogenannte Equine Cushing Syndrom, eine Hormonerkrankung, bei betagteren Pferden festgestellt. Das liegt an einer Störung der Hormonabgabe in der Hirnanhangsdrüse, die häufig durch einen gutartigen Tumor verursacht wird. Dadurch wird der Stoffwechsel stark beeinträchtigt und neben Veränderungen im Verhalten und im Erscheinungsbild sowie einem allgemeinen Leistungsabbau, können auch wiederkehrende Infektionserkrankungen und Hufrehe die Folge sein, wenn man die Krankheit nicht behandelt. Bei Fellwechselstörungen, Gewichtsabnahme mit Muskelschwund sowie Symptomen wie vermehrtem Harnabsatz, sollte man immer direkt den Tierarzt oder die Tierärztin aufsuchen. Mittels einer Blutprobe kann festgestellt werden, ob es sich beispielsweise um das Equine Cushing Syndrom handelt. So oder so sollten die Blutwerte des Pferdes regelmäßig untersucht werden, um mögliche Erkrankung frühzeitig zu erkennen und die richtige Therapie einzuleiten. In der Regel erhalten die Pferde ein spezielles Medikament, um den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen und auch das Futter wird dementsprechend angepasst.

Futterumstellung bei alten Pferden 

Je nach Alterserscheinung, Ernährungs- und Bemuskelungszustand eines Pferdes sollte eine individuelle Futterumstellung vorgenommen werden. Dadurch können dem aktuellen Zustand entsprechend wichtige Nährstoffe, Mineralien und Vitamine zugeführt werden. Lassen Sie sich dazu genau von Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierärztin beraten. 

Geriatrie bei Pferden: Das sollte jeder Pferdehalter beachten

Pferdesenioren bedürfen eines besonderen Managements. Damit das Pferd auch bis ins hohe Alter glücklich leben kann, ist es wichtig, auf erste Alterserscheinungen zu achten, die Haltung und Fütterung dem Alter anzupassen und regelmäßig tierärztliche Kontrollen durchzuführen. Dazu gehören regelmäßige Blutuntersuchungen und Kotproben, Untersuchungen der Maulhöhle und Zähne, Wurmkuren und Impfungen, eine altersgerechte Futterumstellung sowie eine regelmäßige und gute Hufpflege. Außerdem ist es wichtig, das Pferd körperlich nicht zu überfordern. Denn es ist ganz natürlich, dass alte Pferde nicht mehr die gewohnte Leistungsfähigkeit zeigen und so agil sind wie ein junges Pferd. Ihre Rücksicht als Pferdehalter kann die Lebensqualität dadurch zusätzlich verbessern.

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