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Rückenprobleme beim Pferd? Das richtige Rückentraining kann helfen

3. März 2021 | Pferd

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So kann man die Beschwerden erkennen und behandeln

Rückenschmerzen zählen nicht nur bei uns Menschen als Volkskrankheit, sondern auch bei Pferden. Durch das Reiten wird ihr Rücken besonders beansprucht und bedarf dann einem gezielten Rückentraining. Deshalb ist es als Pferdehalter wichtig, mögliche Beschwerden im Auge zu behalten und frühzeitig zu handeln

Anzeichen von Rückenproblemen

Es ist gar nicht so leicht, herauszufinden, ob der Vierbeiner unter Rückenbeschwerden leidet, denn manche Pferde lassen sich dies nicht direkt anmerken. Erste Anzeichen können jedoch sein: 

  • Beim Satteln reagiert das Pferd mit schmerzhaften Re­aktionen wie Ausweichbewegungen oder wird sogar wehrhaft
  • Verändertes Verhalten beim Springen bis hin zur Verweigerung
  • Undeutliche Lahmheiten der Hinterhand 
  • Eine schwach ausgebildete Rückenmuskulatur, die sich trotz Trainings schlecht aufbaut

Das können die Ursachen sein

Manche Pferde leiden von Geburt an unter Rückenproblemen, etwa durch anatomische Fehlstellungen oder einem besonders langen Rücken. Die Beschwerden können jedoch auch über einen längeren Zeitraum entstehen und zu Veränderungen der Wirbelsäule, Arthrose oder Abnutzungserscheinungen führen. Teilweise kann man die Rückenprobleme beim Pferd auch auf reiterliche Fehler zurückführen. Aber auch Faktoren wie eine Überanstrengung der Pferde, wenig Weidegang mit freier Bewegung, langes Stehen in der Box und auch die Ausstattung wie Sattel- und Zaumzeug können eine entscheidende Rolle spielen, da diese Rückenproblematiken fördern können.  

Diese Zeichen helfen, Rückenproblem zu erkennen

Sobald eines der oben genannten Anzeichen auftritt, kann man mithilfe von diesen Tests feststellen, ob das Pferd eventuell an Rückenproblemen leidet.

  1. Schulterbereich: Besonders der Bereich zwischen Hals und Rücken sollte hier genauer unter die Lupe genommen werden. Sind vor oder hinter dem Schulterblatt tiefe Kuhlen zu sehen, könnte dies ein erstes Indiz für Rückenprobleme sein. Dahinter können eine nicht trainierte oder verkümmerte Muskulatur stecken.
  2. Pferderücken: Ein durchhängender oder stark aufgekrümmter Rücken, kann ein Zeichen von Rückenschmerzen sein. Dabei spielt die Bauchmuskulatur eine wichtige Rolle, denn sie wölbt den Rücken quasi „von unten“ auf und sorgt dafür, dass der Pferderücken nicht durchhängt. Das Zusammenspiel aus Rücken- und Bauchmuskeln ist also essenziell für die Rückengesundheit. 
  3. Wirbelsäule: Einige Pferde haben teils seitliche Verkrümmungen der Wirbelsäule, die zu Rückenproblemen führen können. Auch die Muskulatur rechts und links der Wirbelsäule sollte man beobachten. Bei einem gesunden Rücken ist der Muskel deutlich ausgeprägt. Sollten hingegen die Wirbel stark sichtbar hervorstechen, ist die Rückenmuskulatur nicht genügend gestärkt.

Man sollte Empfindlichkeiten jeglicher Art am Rücken des Pferdes ernst nehmen. Dieser Bereich wird schließlich am meisten belastet und kann ernsthafte Krankheiten mit sich bringen. Um das zu vermeiden, kann man mit einem gezielten Rückentraining Beschwerden entgegenwirken und auch Krankheiten wie Arthrose beim Pferd vorbeugen.  

3 Übungen für einen gesunden Rücken

Bei allen Maßnahmen sollte man immer ganzheitlich vorgehen. Dabei spielen die Reitweise, die individuelle Haltung des Pferdes sowie die Ausstattung, etwa der passende Sattel, eine wichtige Rolle. Aber auch ein gezieltes Rückentraining für Pferde kann für mehr Lebensqualität sorgen. Wir haben drei Übungen zusammengestellt:

  1. Regelmäßige Dehnungen: Wird der Pferderücken nicht gut gedehnt, kann es schnell vorkommen, dass die Muskeln überanstrengt sind und Rückenschmerzen auftreten. Das Stichwort heißt hier: lang machen. Das gelingt mit regelmäßigem vorwärts-abwärts-Reiten und zum Beispiel auch einer gezielten Übung: Stellen Sie sich neben das Pferd und halten Sie ein Leckerchen, zum Beispiel eine Möhre, vor sich. Durch das Krümmen des Halses wird wird die Rückenmuskulatur seitlich gedehnt und auch die Bauchmuskulatur gestärkt. Das gleiche geht auch, wenn Sie frontal vor dem Pferd stehen und die Möhre zum Boden führen. Dies ist vor allem für die Nacken- und obere Rückenmuskulatur gut. 
  2. Gangartwechsel: Ein besonders effektives Rückentraining für die Muskelkräftigung ist der Gangartwechsel zwischen Trab und Galopp. Denn dabei werden verschiedene Muskelgruppen beansprucht und im Wechsel muss das Pferd dafür einmal komplett „loslassen“, wodurch Verspannungen gelöst werden können.
  3. Ausritte mit Kletterübungen: Eine Wohltat für Seele und Rücken ist ein Ausritt in der Natur. Das Training in Wald, Wiesen und Bergen ist aufgrund des unterschiedlichen Untergrunds nicht nur für eine gute Balance genau richtig, sondern auch für einen gesunden Rücken. Dafür ist es wichtig, mit dem Pferd regelmäßig bergauf und bergab zu gehen. So werden abwechseln Bauch- und Rückenmuskulatur gefordert und können langfristig aufgebaut werden.

Immer auf Nummer Sicher gehen

Bereits bei der ersten Vermutung von Rückenschmerzen beim Pferd, sollte man nicht zögern, das Pferd dem Tierarzt/der Tierärztin vorzustellen. Denn Pferde zeigen den Schmerz nicht offensichtlich. Je schneller man das Problem behandelt, desto besser kann die Rückengesundheit wiederhergestellt werden. Und das wiederum wirkt sich auch maßgeblich auf die Lebensqualität der Pferde aus. Der Tierarzt oder die Tierärztin empfiehlt ggfs. dann auch eine Physiotherapie oder andere manuelle Therapie, um Verspannungen zu lösen und die Muskeln wieder zu aktivieren.

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